Wie starte ich eine Pflege-Routine?
Skincare ist ein Trend. Social Media ist voll von Favoriten, Game-Changern und Holy Grails. Doch deine Haut wird nicht zufriedener, nachdem du fünf davon nachgekauft hast?
Das könnte daran liegen, dass die Grundbedürfnisse deiner Haut nicht erfüllt sind – spezielle Wirkstoffe stehen so quasi ohne Fundament da. Oder die Wirkstoffe passen einfach nicht zu den individuellen Bedürfnissen deiner Haut. Genau diese Themen schauen wir uns im Folgenden an.
Die Basics
Im Grunde gibt es nur drei Produktkategorien, die für fast alle Hauttypen hilfreich sind – und mit denen allein schon sehr viel gewonnen ist. Fange mit diesen drei Produkten an, bleib eine Weile dabei, und schau erst danach, ob du mehr möchtest. Gerade bei den Basics gibt es auch tolle, günstige Produkte in der Drogerie zu entdecken.
Milde Reinigung
Ein Reiniger sollte mild sein, um die Haut nicht übermäßig auszutrocknen – viel mehr als Reinigen muss er nicht können. Nach der Reinigung sollte sich deine Haut angenehm anfühlen und nicht spannen. Ob Waschgel, Reinigungsschaum, seifenfreies Waschstück oder Reinigungsbalm: welche Form dir am besten gefällt, ist dir überlassen.
Morgens und abends kannst du denselben Reiniger benutzen. Trägst du viel Sonnenschutz und Make-up, empfiehlt sich abends ein öl-basierter Reiniger – ein Reinigungsöl oder -balm löst Produkt mit Leichtigkeit an und bleibt dabei mild zur Haut.
Feuchtigkeitspflege
Eine Feuchtigkeitspflege besteht aus wasserbindenden und pflegenden Substanzen und unterstützt die Haut dabei, Feuchtigkeit zu halten – essentiell für gesunde Haut. Gesunde Haut reguliert sich oft sehr gut selbst, doch Heizungsluft, heiße Duschen und andere Umwelteinflüsse machen etwas Unterstützung angenehm und hilfreich.
Trockene Haut bevorzugt vielleicht eine reichhaltige Creme, ölige Haut ist mit einem leichten Gel zufrieden. Und die Reichhaltigkeit darf sich gerne der Jahreszeit anpassen – reichhaltiger im Winter, leichter im Sommer.
Sonnenschutz
Sonnenschutz ist essentiell für die Hautgesundheit und schützt vor schädlichen UV-Strahlen. In Kombination mit Schatten und langer Kleidung sollte eine Creme mit LSF Teil deiner Morgenroutine sein. Zwischen März und Oktober, etwa 11 bis 15 Uhr, kann die Sonnenintensität in Deutschland so stark sein, dass die WHO ausdrücklich Sonnenschutz empfiehlt.
Auch darüber hinaus hat es Vorteile, z. B. den UVA-Booster als Tagescreme zu verwenden – Make-up mit LSF allein reicht nicht aus. Probiere ein paar Produkte aus und finde die Textur, die dir am besten gefällt.
Wann was benutzen?
Morgens ☀️
Reinigung und Feuchtigkeitscreme sind morgens optional. Ölige Haut bevorzugt vielleicht zwei Reinigungen am Tag, trockene Haut mag eine zusätzliche Creme unter dem Sonnenschutz.
Abends 🌙
Talg, Produktreste und Schmutz sollten abends mit einem Reiniger abgewaschen werden. Anschließend die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.
Hauttyp und Hautbedürfnisse
Was sind eigentlich die Unterschiede?
Welcher Hauttyp bin ich?
Es war bereits von öliger und trockener Haut die Rede – doch den eigenen Hauttyp zu kennen, ist manchmal gar nicht so selbstverständlich. Ein paar häufige Missverständnisse:
- 1Unreine Haut ist nicht immer ölig. Auch trockene Haut kann unrein sein.
- 2Auch ölige Haut kann Feuchtigkeit fehlen – das ist dann dehydrierte Haut (zu wenig Wasser). Trockene Haut produziert dagegen zu wenig Öle.
- 3Viele sagen von sich, sie hätten Mischhaut. Echte Mischtypen sind jedoch eher selten – dass die T-Zone etwas öliger ist als der Rest des Gesichts, ist völlig normal.
Die Kenntnis des eigenen Hauttyps hilft einzuschätzen, wie reichhaltig die Produkte sein sollten. Am Ende hilft es aber am meisten, auszuprobieren und zu schauen, welche Textur am angenehmsten ist. Auch trockene Haut „darf" einen Reiniger für ölige Haut benutzen – mild sollten sie ohnehin sein.
Was sind Hautbedürfnisse?
Während der Hauttyp mehr oder weniger eine eindimensionale Skala von trocken bis ölig ist, gibt es verschiedenste Hautbedürfnisse – man kann mehrere gleichzeitig haben, in Kombination mit jedem Hauttyp. Während der Hauttyp genetisch geprägt und wenig veränderlich ist, sind Hautbedürfnisse Hautzustände, die sich mit etwas Hilfe zufriedenstellen lassen.
Dehydrierte Haut
Unreine Haut
Gereizte Haut
Hyperpigmentierung
Slow-Aging
Wichtig: nicht alles auf einmal verwenden, sondern dich erstmal auf ein wichtigstes Hautbedürfnis für ein paar Wochen konzentrieren, bevor ein weiteres Produkt in die Routine kommt. Manche Wirkstoffe können die Haut reizen, wenn sie unpassend dosiert werden – lieber mit kleinen Konzentrationen und einmal die Woche starten, als die Haut zu überreizen.
Grundregel für die Reihenfolge der Wirkstoffe in deiner Routine. Am Ende zählt aber, was funktioniert und dir gefällt.
Fazit: Die Kunst der Hautpflege
Du brauchst auf keinen Fall eine 10-Step-Routine für eine richtige Gesichtspflege – aber du kannst natürlich, wenn du möchtest und deine Haut es verträgt. Wichtig sind die drei Basics Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz. Konzentriere dich außerdem auf deine wichtigsten individuellen Hautbedürfnisse und sei immer mild zu deiner Haut – Hautpflege sollte sich nie unangenehm anfühlen.
Regelmäßigkeit und eine Portion Geduld sind der Schlüssel. Es schadet auch nicht, öfter mal das Gesichtshandtuch zu wechseln, immer abgeschminkt ins Bett zu gehen, die Haltbarkeit deiner Produkte im Blick zu behalten und einen gesunden Lifestyle zu leben.

