Serum und Tiegel

Gesichtspflege-Routine: Ein Leitfaden für zufriedene Haut

Wie starte ich eine Pflege-Routine?

Skincare ist ein Trend. Social Media ist voll von Favoriten, Game-Changern und Holy Grails. Doch deine Haut wird nicht zufriedener, nachdem du 5 davon nachgekauft hast? Das könnte daran liegen, dass die Grundbedürfnisse deiner Haut nicht erfüllt sind und so spezielle Wirkstoffe quasi ohne Fundament dastehen. Oder dass die Wirkstoffe nicht individuell zu den Bedürfnissen deiner Haut passen. Diese Themen für deine Beauty Routine gucken wir uns im folgenden an:

Die Basics:

Im Grunde gibt es nur 3 Produktkategorien, die für fast alle Hauttypen hilfreich sind und mit denen allein schon sehr viel gewonnen ist. Wenn du eine Hautpflege Routine aufbauen willst, dann fange mit diesen 3 Produkten an, bleibe eine ganze Weile dabei und schaue abschließend erst, ob du mehr möchtest. Gerade bei den Basics gibt es auch tolle günstige Produkte in der Drogerie zu entdecken!

1. Milde Reinigung

Ein Reiniger sollte mild sein, um die Haut nicht übermäßig auszutrocknen. Viel mehr als Reinigen muss er nicht können. Deine Haut sollte nach der Reinigung sich angenehm anfühlen und nicht spannen. Es gibt viele Formen: Waschgel, Reinigungsschaum, Seifenfreies Waschstück, Reinigungsbalm etc. Es ist dir überlassen, welche Variante dir am besten gefällt. Du kannst morgens und abends den gleichen Reiniger benutzen. Wenn du viel Sonnenschutz und Make-Up trägst, empfiehlt sich allerdings für abends ein öl-basierter Reiniger wie ein Reinigungsöl oder Reiningungsbalm. Diese Reiniger können viel Produkt mit Leichtigkeit anlösen und dabei trotzdem mild zur Haut sein. 

2. Feuchtigkeitspflege

Eine Feuchtigkeitspflege besteht aus wasserbindenden und pflegenden Substanzen. Das unterstützt die Haut bei der Verhinderung von Feuchtigkeitsverlust. Das ist essentiell für eine gesunde Haut. Gesunde Haut kann sich oft sehr gut selbst regulieren. Allerdings sind wir im Alltag oft Heizungsluft, heißen Duschen und anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt, sodass etwas Unterstützung hilfreich und angenehm sein kann. Auch hier gibt es verschiedene Formen. Trockene Haut bevorzugt wahrscheinlich eine schön reichhaltige Creme, ölige Haut ist vielleicht mit einem leichten Gel zufrieden. Die Reichhaltigkeit darf sich auch gerne der Jahreszeit anpassen (Reichhaltiger im Winter, leichter im Sommer). 

3. Sonnenschutz

Sonnenschutz ist essentiell für die Hautgesundheit, um vor schädlichen UV-Strahlen zu schützen. In Kombination mit Schatten und langer Kleidung, sollte eine Creme mit LSF Teil deiner Morgenroutine sein. Von März und Oktober zwischen ca. 11 und 15 Uhr kann die Sonnenintensität in Deutschland so stark sein, dass die WHO ausdrücklich Sonnenschutz empfiehlt. Doch auch darüber hinaus hat es Vorteile z.B. den UVA-Booster als Tagescreme zu verwenden. Make-Up mit LSF ist nicht ausreichend! Probiere ein paar Produkte aus und schaue welche Textur dir am besten gefällt. Gerade bei Sonnenschutz kann es eine Herausforderung sein, bis man etwas passendes für sich gefunden hat. Aber es lohnt sich. Denn der beste Sonnenschutz ist der, den man gerne regelmäßig trägt!

Wann was benutzen?

Morgens: Reinigung und Feuchtigkeitscreme sind morgens optional. Ölige Haut könnte zwei Reinigungen am Tag bevorzugen, trockene Haut mag vielleicht noch eine zusätzliche Creme unter dem Sonnenschutz. 

Abends: Talg, Produktreste und Schmutz sollten abends mit einem Reiniger abgewaschen werden. Anschließend die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.

Welcher Hauttyp bin ich?

Es wurde bereits von öliger und trockener Haut gesprochen, doch den eigenen Hauttyp zu kennen ist manchmal gar nicht so selbstverständlich. Es gibt ein paar häufige Missverständnisse:

1. Unreine Haut ist nicht immer ölig. Auch trockene Haut kann unrein sein.
2. Auch öliger Haut kann Feuchtigkeit fehlen. Das ist dann dehydrierte Haut (nicht genug Wasser). Trockene Haut produziert zu wenig Öle. 
3. Viele sagen von sich, dass sie Mischhaut hätten. Echte Misch-Typen sind jedoch eher selten. Dass die T-Zone etwas öliger als der Rest des Gesichts ist, ist völlig normal.

Die Kenntnis des eigenen Hauttyps kann dabei helfen einzuschätzen, wie reichhaltig die Produkte sein sollten. Am Ende hilft es aber am meisten auszuprobieren und zu gucken welche Textur am angenehmsten ist. Auch trockene Haut "darf" einen Reiniger für ölige Haut benutzen. Mild sollten sie ohnehin sein.

Hauttyp

Was sind Hautbedürfnisse?

Während der Hauttyp mehr oder weniger eine eindimensionale Skala von trocken bis ölig ist, kann es verschiedenste Hautbedürfnisse geben. Man kann mehrere gleichzeitig haben und in Kombination mit jedem Hauttyp. Während der Hauttyp weitergehend genetisch determiniert ist und wenig veränderlich, sind Hautbedürfnisse Hautzustände und könnten mit etwas Hilfe zufriedengestellt werden. 

Mögliche Hautbedürfnisse und passende Wirkstoffe:

Dehydrierte Haut: Glycerin, Hyaluronsäure, Urea, Milchsäure
Unreine Haut: Salicylsäure (BHA), Niacinamid, Azelainsäure
Gereizte Haut: Panthenol, Ceramide, Centella Asiatica, Süßholzwurzel, Ectoin
Hyperpigmentierung: Hoher UVA-Schutz, Arbutin, Thiomidol, Tranexamsäure
Slow-Aging: Retinol, Peptide, Vitamin C, Antioxidantien

Hierbei ist es wichtig, nicht alles auf einmal zu verwenden, sondern sich erstmal auf EIN wichtigstes Hautbedürfnis für ein paar Wochen zu beschränken, bevor man ein weiteres zusätzliches Produkt in die Routine integriert. Nicht jeder Wirkstoff hilft bei jedem gleich gut. Manche Wirkstoffe sollte man nicht in beliebigen Mengen verwenden, da sie die Haut reizen können. Bitte vorher kurz dazu informieren. Lieber mit kleinen Konzentrationen und 1x die Woche starten, als die Haut zu überreizen. 

Die Wirkstoffe können in Form von Seren, Tonern, Sprays, Treatments, Maske, Peelings etc. in die Routine integriert werden. Die Grundregel in der Reihenfolge ist:

von flüssig nach viskos
von wässrig nach ölig

Am ende ist aber das gut, was funktioniert und gefällt!

Fazit: Die Kunst der Hautpflege

Man braucht auf keinen Fall eine 10-Step Routine für eine richtige Gesichtspflege Routine. Aber man kann natürlich, wenn man möchte und die Haut es verträgt. Wichtig sind die 3 Basics Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz. Außerdem auf die wichtigsten individuellen Hautbedürfnisse konzentrieren und immer mild zur Haut sein. Hautpflege sollte sich nie unangenehm anfühlen. Eine gewisse Regelmäßigkeit und eine Portion Geduld sind der Schlüssel. Es schadet auch nicht öfter mal das Gesichtshandtuch zu wechseln, immer abgeschminkt ins Bett zu gehen, die Haltbarkeit der Produkte zu beachten und einen gesunden Lifestyle zu leben. 

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